ANLEITUNG / AUS MEINER PRAXIS
Vor dem ersten Kabel.
Was ich vor einem gemeinsamen Tanzabend gerne weiß – damit beim Aufbau Zeit fürs Ausprobieren bleibt.
Tanzen, Ton und Licht sind meine Hobbys. Wenn ich für einen gemeinsamen Abend Technik mitbringe, gehört das Tüfteln für mich dazu. Ein paar Dinge vorher zu besprechen macht es für alle entspannter. Das hier sind die Fragen, die sich bei solchen Abenden immer wieder stellen.
Den Raum kennen
Wie groß ist die Fläche, und wo wird getanzt? Wo können Boxen und Licht stehen? Ein paar Fotos oder eine einfache Skizze helfen oft mehr als eine lange Beschreibung. Auch Türen, Säulen und der Weg vom Auto zum Aufbau spielen eine Rolle.
Für das Licht lohnt sich ein Blick auf Wände und Decke. Helle Flächen lassen sich gut mit Farbe anstrahlen; dunkle Wände, Fenster und Spiegel wirken anders. Draußen kommen Wetter und eine Ausweichmöglichkeit dazu.
Steckdosen, Stellflächen und Kabelsalat
Wo sind die Steckdosen – und wie weit sind sie von den Geräten entfernt? Wo können Kabel entlanglaufen, ohne quer über Tanzfläche oder Laufwege zu liegen? Aus diesen Wegen ergibt sich grob, wie viel Kabelsalat mitkommt. Die Luftlinie allein hilft da wenig.
Rund um den Techniktisch müssen Leitungen je nach Stelle fixiert oder abgedeckt werden. Dafür gehören auch Kabelabdeckungen zu meinem Aufbau. Notausgänge und Fluchtwege bleiben frei; den passenden Kabelweg überlegen wir vor dem Verlegen.
Ein Tisch wird schnell gebraucht: für Mischpult, Controller, Laptop und die zugehörigen Netzteile. Gibt es vor Ort eine passende, stabile Fläche, oder bringen wir eine mit? Bei mehreren DJ-Aufbauten wird es darauf schneller eng, als man denkt.
Stative, Tische und Wagen aus meiner Spielzeugkiste →
Musik, DJs und Mikrofone
Kommt die Musik von einem gemeinsamen Gerät, oder bringen DJs eigene Geräte mit? Dann sollten wir vorher über Anschlüsse, Kabel, Adapter und Platz sprechen. Auch der Wechsel gehört dazu: Kann der nächste DJ schon anschließen, während noch Musik läuft?
Brauchen die Lehrenden Headsets? Gibt es ein Mikrofon für den MC oder Ansagen? Und was wird gleichzeitig gebraucht? Daraus ergibt sich, wie viele Eingänge am Mischpult frei sein müssen.
Gerade bei Tanz-Workshops haben wir eine besondere Kombination: Die Boxen zeigen zur Mitte, die Mikrofone sind ständig in Bewegung. Deshalb gehört ein Test im tatsächlichen Aufbau dazu – mit Musik und an den Stellen, an denen später gesprochen und getanzt wird.
Welche Lichtstimmung passt?
Manchmal reicht eine ruhige Farbe an der Wand. PAR-Scheinwerfer und Uplights können dafür schon viel bewirken. LED-Bars ergänzen leuchtende Linien; Moving Heads bringen Bewegung dazu.
Schwarzlicht lohnt sich vor allem mit passender Kleidung oder Deko. Das probieren wir besser vorher aus. Mehr Geräte bedeuten außerdem mehr Stellplätze, Strom- und gegebenenfalls Steuerkabel. Nicht jeder Abend braucht die ganze Spielzeugkiste. ;)
Aufbau braucht Zeit. Abbau auch.
Technik will ausgeladen, aufgestellt, verkabelt und getestet werden. Selten klappt alles auf Anhieb. Zwei Stunden für den Aufbau sind bei mir schnell weg. Wie viel Zeit es wirklich wird, hängt vom Aufbau und den Wegen ab; ein bisschen Puffer macht den Start angenehmer.
Wichtig ist deshalb, ab wann wir tatsächlich in den Raum können. Wenn um acht getanzt werden soll, können wir nicht erst um acht mit den Koffern vor der Tür stehen.
Nach der letzten Musik ist ebenfalls noch nicht Schluss. Kabel aufrollen, Geräte einpacken, Material zusammensuchen und alles wieder zum Fahrzeug bringen braucht Zeit. Bis wann muss der Raum frei sein, und wer bleibt zum Abbau?
Helfende, Taschen und die verschwundenen Adapter
Helfende sind willkommen. Am meisten bringt es, wenn wir kurz absprechen, wer was übernimmt. Tragen, Taschen wegräumen und Material sortieren helfen genauso wie Verkabeln. Kabel ordentlich verlegen oder aufrollen will gelernt sein; einmal gemeinsam zeigen ist oft die beste Abkürzung.
Dafür gibt es die Over-under-Anleitung mit Videolink →
Wenn alles steht, bleiben Taschen und Koffer übrig. Wohin damit? Ein vereinbarter Platz spart später Sucherei. Ersatzkabel, Adapter und ein paar Kleinigkeiten hätte ich trotzdem gerne in Reichweite – nicht ganz unten im Auto am anderen Ende des Hofs.
Vieles lässt sich bei einem kurzen Gespräch und einem Blick in den Raum klären. Danach wissen wir besser, was mitkommt, wer mit anpackt und wann wir anfangen. Und dann bleibt hoffentlich auch genug Zeit zum Tanzen.
