ANLEITUNGEN / PROJEKTE

Ein Koffer, weniger Verkabeln.

Zwei Funkempfänger, Stromverteilung, Schublade und ein eigenes Anschlussfeld: mein kleines Rack-Projekt für entspannteres Aufbauen.

Beim Aufbau gibt es genug Kabel zu verlegen. Deshalb wollte ich zumindest die Dinge, die ohnehin immer zusammengehören, schon fertig verbunden mitnehmen. Daraus ist ein kleiner 19-Zoll-Rack-Koffer mit vier Höheneinheiten geworden: vorne die Geräte, hinten die Anschlüsse für den Abend.

Die Fotos zeigen einen Zwischenstand des noch unfertigen Projekts. Besonders auf der Rückseite ist die Bestückung und Verkabelung noch nicht vollständig. Der Text beschreibt, wie der Koffer insgesamt aufgebaut ist.

Vorne: Strom, Funk und eine Schublade

Vorderseite des Rack-Koffers mit Furman-Stromverteilung oben, zwei Shure-Funkempfängern in der Mitte und Schublade darunter.

Oben sitzt ein Furman M-10x E für die Stromverteilung. Darunter sind meine beiden Shure GLXD14R+/SM31-Funkstrecken eingebaut. Die Empfänger sind mit „Left“ und „Right“ beschriftet, damit sich die beiden Strecken leichter auseinanderhalten lassen.

Die Shure-Empfänger haben noch einen praktischen Vorteil: Sie können die Akkus der Taschensender direkt laden. Die Thon Rack Drawer 2U Short darunter ist eine kurze Rack-Schublade mit zwei Höheneinheiten und schafft Platz für Zubehör. So gehören Geräte und Kleinteile auch beim Transport zusammen.

Hinten: alle Anschlüsse nach draußen

Unfertiger Zwischenstand der Rückseite: teilweise bestückte 1-HE-Rackblende oben sowie Kabel und Netzteile im Inneren.

Das eigentliche kleine Bastelprojekt steckt auf der Rückseite. Die Basis für mein Anschlussfeld ist eine Thon Rack Panel 1HE 12XLR: eine 19-Zoll-Rackblende mit einer Höheneinheit und zwölf D-Norm-Ausschnitten. Erst durch die eingesetzten Durchführungen wird daraus mein Patchpanel. Statt bei jedem Aufbau tief in den Koffer zu greifen, kann ich die benötigten Verbindungen außen stecken.

Nach außen geführt sind die Antennenanschlüsse der Funkempfänger, die XLR-Ausgänge der beiden Mikrofonstrecken und USB-C-Anschlüsse zum Laden. Auch ein zusätzliches Netzteil für mein Allen & Heath CQ-18T ist im Koffer untergebracht; dessen Anschluss ist ebenfalls von außen erreichbar.

Für die Mikrofon-Ausgänge verwende ich Neutrik NA3 MDF XLR-Durchgangsadapter. Für die Ladeanschlüsse kommen diese USB-C-Durchführungen im D-Norm-Format zum Einsatz. Dahinter sitzen mehrere fest untergebrachte USB-C-Netzteile. Das D-Format beschreibt hier die mechanische Bauform der Einbaubuchsen: Verschiedene Anschlüsse lassen sich damit ordentlich in einer gemeinsamen Blende unterbringen.

Die Durchführungen verlängern die jeweiligen Anschlüsse an die Außenseite des Koffers. Sie mischen keine Audiosignale und ersetzen auch kein Ladegerät – diese Aufgaben übernehmen weiterhin die Geräte und Netzteile innen.

Der Koffer: hinten musste ich nachrüsten

Als Gehäuse verwende ich ein Flyht Pro Rack 4U Live 40. Damit bin ich nicht ganz glücklich: Mein Koffer hatte hinten keinen 19-Zoll-Montagerahmen. Für die Anschlussblende musste ich die hintere Rackaufnahme erst nachrüsten.

Für dieses Projekt war das ein zusätzlicher Umbau, den ich mir gerne gespart hätte. Beim nächsten Koffer würde ich deshalb vorher ausdrücklich prüfen, ob vorne und hinten Rackschienen beziehungsweise ein passender Montagerahmen vorhanden sind. Gerade wenn hinten ein Anschlussfeld sitzen soll, macht das einen Unterschied.

Was mir das beim Aufbau bringt

Die vielen USB-C-Ausgänge helfen auch bei mehrtägigen Events: Nach dem Abend müssen die Empfänger und Akkupacks meiner Wireless-DMX-Runde wieder geladen werden. Dafür sind die außen erreichbaren Anschlüsse besonders praktisch.

Die interne Verkabelung kann im Koffer bleiben. Vor Ort geht es vor allem darum, die äußeren Verbindungen herzustellen: Strom, Antennen, Mikrofonkanäle zum Mischpult und die gerade benötigten Ladeanschlüsse.

Das erspart einzelne Netzteile auf dem Tisch und die Suche nach Buchsen hinter den Empfängern. Beim Abbau bleiben die zusammengehörenden Teile ebenfalls beieinander. Ein Funktionstest gehört trotzdem dazu: Beide Funkstrecken einzeln ausprobieren, die Zuordnung am Mischpult prüfen und schauen, ob die angeschlossenen Geräte tatsächlich laden.

Die Idee zum Nachbauen

Der Ausgangspunkt ist die Frage: Welche Geräte nehme ich immer gemeinsam mit, und welche Anschlüsse brauche ich von außen? Daraus ergibt sich, was fest im Rack bleiben kann und was auf die Blende gehört.

Vor dem Einbau lohnt sich eine kleine Anschlussliste. Bei USB-C müssen Netzteil, Kabel und Durchführung zu den benötigten Ladeleistungen passen; die gleiche Steckerform allein sagt darüber noch nichts aus. Innen brauchen Kabel und Stecker genug Platz, und die Geräte müssen ihre Wärme abgeben können. Eine klare Beschriftung hilft später beim Aufbau und bei der Fehlersuche.

Mein Koffer ist eine Lösung für genau meine Kombination aus Funkstrecken und Mischpult. Das Prinzip lässt sich aber gut mitnehmen: Wiederkehrende Verbindungen einmal in Ruhe vorbereiten, damit vor Ort weniger Einzelteile Aufmerksamkeit brauchen.

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